Zahlreiche Freizeitvergnügen in Köln wären ohne städtische Subventionen undenkbar. Die Zahlungen sind zum Teil erheblich. Nun wurden genaue Zahlen offengelegt, welche Dienste von der Öffentlichkeit unterstützt werden. Die wichtigsten Zahlen.  Von Tim Attenberger

Ein paar Bahnen im Schwimmbad zurücklegen, sich das neueste Theaterstück im Schauspiel ansehen und Designklassiker im Museum für Angewandte Kunst betrachten – all diese Freizeitvergnügungen wären ohne zum Teil erhebliche städtische Subventionen undenkbar.

Auch die Straßenreinigung müsste in Bereichen der Stadt ausfallen. Die Verwaltung hat auf der Internetseite der Stadt erstmals eine Übersicht über die kommunalen Zuschüsse für einzelne Einrichtungen veröffentlicht. „Das ist ein Einstieg in die vollständige Transparenz des Haushaltes, die unsere Kämmerin anstrebt“, sagt Stadtsprecherin Inge Schürmann. Auf diese Weise sollen die Bürger eine Vorstellung davon bekommen, welche Leistungen nicht durch die Einnahme von Gebühren und Entgelten gedeckt werden können.

Ausgleich mit städtischen Mitteln

Das entstehende Defizit wird durch Mittel aus dem städtischen Haushalt ausgeglichen. Über die Steuerabgaben bezahlt also letztlich die Allgemeinheit für bestimmte Angebote mit, obwohl nicht alle diese nutzen. „Wir kommen da zum Beispiel unserem Bildungsauftrag nach“, sagt Schürmann.

Dementsprechend entstehen beeindruckende und zum Teil überraschende Zahlen, die allerdings in den jeweiligen Zusammenhang gestellt werden müssen. So hängt zum Beispiel die Zuschusshöhe für ein Museum ganz erheblich von den Besucherzahlen und den damit verbundenen Einnahmen sowie von den Ausgaben für Unterhalt, Personal und Neuanschaffungen ab. Nachfolgend gibt es einen Überblick über Einrichtungen, die besonders stark oder gering subventioniert werden.

Das Museum für Angewandte Kunst wird pro Eintrittskarte mit 262,32 Euro bezuschusst. Dort gibt es pro Jahr 56 972 Besucher.

Im Rautenstrauch-Joest-Museum subventioniert die Stadt bei jährlich 114 402 Besuchern jede Eintrittskarte mit 150,16 Euro.

Das Kölnische Stadtmuseum erhält bei 51 314 Besuchern pro Ticket Zuschüsse in Höhe von 72,19 Euro, das Museum Ludwig bei 343 953 Besuchern 71 Euro.

Die Bühnen der Stadt Köln werden pro Besucher mit 178,48 Euro bezuschusst. In der Spielzeit 2011/2012 kamen insgesamt 296 470 Zuschauer.

Jeder Besucher eines Konzerts des Gürzenich-Orchesters wird mit 82,50 Euro unterstützt.

In der Philharmonie fällt pro Gast lediglich ein Zuschuss von 6,58 Euro an.

Die Stadtbibliothek wird bei jeder Nutzung mit 1,65 Euro aus dem Haushalt unterstützt.

Wer bei den Köln-Bädern schwimmen geht, wird pro Besuch mit 7,09 Euro unterstützt. Der Bundesschnitt liegt bei 9,14 Euro.

Für die Kölner Kindertagesstätten schießt die Stadt pro Platz 5379 Euro zu.

Die Straßenreinigung inklusive des Winterdienstes kann über die Gebühreneinnahmen nicht finanziert werden. Aus dem Haushalt kommt deshalb ein Zuschuss von 12,5 Millionen Euro pro Jahr.